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Über die Ausstellung Lebensmenschen. Jawlensky und Werefkin (22.10.2019 - 16.02.2020) im Kunstbau des Lenbachhauses in München:


Süddeutsche Zeitung, Feuilleton 22.10.2019
Lebenswerk als lange Passage – Gottfried Knapp

"Das Lenbachhaus hat den Kunstbau in eine Galerie bislang ungekannten Ausmaßes verwandelt."

"Noch nie hat Museumsarchitektur eine Kunstausstellung so beflügelt wie der schlauchartig lange Raum des Kunstbaus in München die Ausstellung "Lebensmenschen. Alexej von Jawlensky und Marianne von Werefkin". Die Gestalter der Schau haben die fälligen Zwischenwände so in den Raum hineingestellt, dass der Besucher beim Betreten der Halle einen langen Korridor entlang der linken Außenwand vor sich sieht, der den Blick soghaft in die Tiefe zieht. Diese schier endlose Passage gibt dem Lebenswerk Jawlenskys eine perspektivische Tiefe, wie sie bislang in Ausstellungen und Büchern noch nie aufgerissen worden ist.

An dieser Außenwand, die man der leichten Kurvierung wegen bis zum Ende überblicken kann, hängen in dichter Folge fast 50 Gemälde, die Jawlensky zwischen 1900 und 1936 gemalt hat. Und da all diese Bilder menschliche Gesichter zeigen, kann man in einzigartig dichter Abfolge an einem einzigen Motiv die gewaltige stilistische Entwicklung nachvollziehen, die Jawlensky im Lauf seines Lebens vollzogen hat (...). Hat man diesen eindrucksvollen Parcours abgeschritten, wird man zugeben müssen, dass wohl kein anderer Künstler der Moderne so konsequent und so folgenreich mit einem einzigen Bildthema experimentiert hat.

(...) Das Münchner Lenbachhaus und das Museum Wiesbaden, die einen ansehnlichen Teil der Hinterlassenschaft der Künstler besitzen, haben die beiden Persönlichkeiten, die jahrzehntelang emotional miteinander verstrickt waren, in der Kunst aber ganz eigene Wege gingen, erstmals in einer Ausstellung einander gegenüber gestellt. Der anerkannte Klassiker der expressionistischen Malerei trifft also auf eine fast unbekannte Malerin - und das Wunder geschieht, dass dem Großmeister der Farbe, der an der langen Wand des Kunstbaus mit einer eindrucksvollen Serie von Menschenbildern triumphieren kann, nebenan im bewusst inszenierten Chaos der Stellwände eine Künstlerpersönlichkeit entgegentritt, die, gerade weil sie sich stilistisch so weit von ihm entfernt hat, am Ende verblüffend selbstverständlich zu ihm aufschließen kann."



Münchner Merkur
– Michael Schleicher


"Das Besondere: Im Ausstellungsraum findet sich (fast) kein Ort, an dem nur das Werk eines Künstlers zu sehen ist. Viel wichtiger, weil für den Betrachter erkenntnisreich, aber ist die Tatsache, dass auf den oft spitz zulaufenden Wänden die Arbeiten in eine spannungsreiche Beziehung zueinander gesetzt werden."


MADAME, November 2019
Der Traum vom Raum – T
anja Beuthien










Über die Ausstellung Paul Klee. Konstruktion des Geheimnisses (01.03. - 17.06.2018) in der Pinakothek der Moderne:


Süddeutsche Zeitung, Feuilleton 01.03.2018
Moderne und Sterne – Kia Vahland

"In einem Kunstgriff versetzen die Ausstellungsmacher, Kurator Oliver Kase und die Szenografin Juliette Israël, die Besucher in das Meisterhaus nach Dessau. Die eigentlich viel zu hohen Saalwände der Pinakothek sind mit Drei- und Rechtecken bemalt, wie es sie im kleinen Atelierhaus gibt. Das Ganze bekommt so tatsächlich die Anmutung einer Werkstatt; selten wurde der white cube eines Kunstmuseums derart geschickt aufgelöst.“



Süddeutsche Zeitung, Kultur, Neue Medien 01.03.2018
Magisches Auge – Susanne Hermanski

"Lothar Schirmer wendet sich unterdessen doch lieber wieder der Kunst an der Wand zu. Was er sieht, stimmt ihn froh. Nicht nur wegen Klee, sondern weil dessen kleinformatige Arbeiten von der Bühnenbildnerin Juliette Israël dort derart geschickt präsentiert sind."



Münchner Merkur 01.03.2018
Wir fliegen doch – Simone Dattenberger


„Eine Sensation – die ist der Sammlung Moderne Kunst in der Münchner Pinakothek der Moderne gelungen. Die das Schaffen repräsentativ umfassende Ausstellung „Paul Klee – Konstruktion des Geheimnisses“ ist die zauberhafte Konstruktion eines Besuchermagneten, und eine mutige.“

„Sammlungsleiter Oliver Kase [konnte] die rund 150 Werke […]´ in einer optisch gut und klug rhythmisierten Präsentation optimal zur Geltung bringen.
Dafür hat ihm Juliette Israël eine Ausstellungsarchitektur entwickelt, die aus dem üblichen PDM-Stil ausbricht. So wie Klee selbst die Geometrie und ihre Ordnungen nutzte und zugleich immer ins Wanken brachte, so operiert die Gestaltung in der PDM mit Schein-Wänden. Graue und schwarze Riesen-Rechtecke und -Trapeze zerlegen die realen Wände und Sitz-Dreiecke den Boden. Die Elemente, später auch in Farbe, nehmen die Formen von Klees Bauhaus-Ateliers in Weimar und Dessau auf.“




Abendzeitung 02.03.2018
Auf der Himmelsleiter – Christa Sigg

„Paul Klee, ein weltvergessener Träumer? Alles Klischee, der Maler stand durchaus im Leben – das zeigt jetzt eine grandiose Ausstellung in der Pinakothek der Moderne“

"Das die oft kleinformatigen Bilder im White-CubeFrost der Pinakothek perfekt zur Geltung kommen, ist übrigens Juliette Israels klugen Einbauten im Dessauer Meisterhausstil zu verdanken."



Welt am Sonntag 04.03.2018
Ein Außenseiter hat viele Freunde – Annegret Erhard
 

 "Wie Klee sein Geheimnis künstlerisch konstruiert, das inszeniert die Pinakothek eigenwillig. Aber es funktioniert. Die fast durchweg kleinen Bildformate werden in einem Farb- und Raumschema präsentiert, das dem seines Meisterhauses in Dessau folgt und gleichzeitig die herrisch hohen Museumswände nicht nur fragmentiert, sondern auch optisch stutzt.



Fresko, Das Magazin für Kultur und Kunstgeniesser, 01/2018
Der Gelehrte und das Mondspiel

"Neben 20 Werken aus dem eigenen Bestand versammeln sich 130 internationale Leihgaben in eindrucksvollen Räumen, deren Ausstellungsarchitektur Juliette Israël in Anlehnung an Paul Klees Dessauer Meisterhaus und Atelier entworfen hat."



Der Standard, Wien 10.03.2018
Luft-Station und dünne Zeichen – Alexander Kluy


„eine der fulminantesten und aufregendsten Klee-Werkschauen der vergangenen Jahre“

"In der 2002 eröffneten Pinakothek der Moderne sind die Ausstellungssäle bekanntlich heikel, sie sind, wenn es sich nicht gerade um ein Riesentriptychon von Max Beckmann handelt, im Grunde an der Kunst vorbei geplant. Sechs Meter hoch sind die Wände. So manche Ausstellung biss sich hier buchstäblich am hellen Beton die Zähne aus. Wie also Arbeiten auf Papier zeigen, die klein, ja winzig sind, gerade einmal 14 auf 12 Zentimeter messen?
Indem man den Raum dynamisiert. [...] ein stupendes Konzept [...].
[Szenografin] Israël ersann 2016 das Konzept für die Schau der Karikaturen Paul Floras in Innsbruck, aktuell hat sie im dortigen Landesmuseum das Ausstellungsdesign für die Lucas Cranach d. Ä.-Schau erarbeitet. Was nun in München zu sehen ist, dürfte obligatorisch für angehende Ausstellungsmacher sein."



Bayerische Staatszeitung 16.03.2018
Rational und rätselhaft – Alexander Altmann

„die grandiose, gar nicht hoch genug zu preisende Paul-Klee-Ausstellung in der Pinakothek der Moderne“



Süddeutsche Zeitung 29.03.2018
Alles Klee – Gottfried Knapp

„Die große Klee-Ausstellung in der Pinakothek der Moderne in München macht den im Titel „Konstruktion des Geheimnisses“ enthaltenen scheinbaren Widerspruch zum visuellen und intellektuellen Ereignis“.



Frankfurter Allgemeine Zeitung 27.03.2018
Der Bauhaus-Romantiker – Stefan Trinks

“Klee setzt sich mit dem Widerspruch zwischen Bauhaus und seiner eigenen Traumwelt also werkimmanent auseinander, indem er ihn in seine Bilder aufnimmt und mit ihm bis zu seinem Auszug aus dem Bauhaus lebt. Und das wörtlich, wie die Ausstellungsarchitektur aus blauen und grauen geometrischen Farbfeldern zeigt, wodurch die sechs Meter hohen Räume der Pinakothek auf geheimnisvolle Weise wieder eine intime Maßstäblichkeit erhalten [...]

So bleibt beim Gang durch die zehn Ausstellungsräume permanent bewusst, dass Klee selbst in einem Paradoxon aus harter Geometrie lebte und arbeitete, das er sukzessive mit Bildern, Kunstkammer-Objekten aber auch Marionetten füllte.”


Der Tagesspiegel, Berlin 10.04.2018
Auch im Quadrat steckt ein Geheimnis – Bernhard Schulz

„die Ausstellung [kommt] […] durch die gestalterische Annäherung an die Geometrie des Dessauer Wohn-Ateliers wunderbar zur Geltung“



Kunstbulletin 5/2018
Paul Klee – Roberta De Righi

“Im Zentrum der von Oliver Kase und Nadine Engel kuratierten Schau stehen die Jahre zwischen 1920 und 1930 als Lehrer am Bauhaus. Sie soll Klee, dessen Œuvre oft so mystisch-versponnen wirkt, als «denkenden Künstler» zeigen, der sich mit den «Herausforderungen einer technisierten, rationalisierten Welt» auseinandersetzte. In zehn Räumen, deren Parcours dank der Szenografie von Juliette Israël ein Erlebnis ist, vollzieht sich Klees künstlerische Entwicklung, die zugleich die zunehmende Erschwernis der Lebensumstände sichtbar macht.”


Offenburger Tageblatt 11.04.2018
"Kühle Romantik" des Raums – Tim Otto Roth

 










neuesmuseum 17 - 1/2
die österreichische museumszeitschrift
März 2017







 

 




Südwestpresse, Ulm
07.05.2016



Fränkische Landeszeitung,
Dinkelsbühl / Feuchtwangen
Nr. 85, 13.04.2016


Taunus Zeitung, 24. Juni 2014










Museumsblog, Feststellungen über Ausstellungen, 24. Februar 2010

„Die Luftige Gestaltung des Ausstellungsraumes und die Farben – viele Grautöne – schaffen eine angenehme Atmosphäre und fördern die Lust am Schauen. (...) Kuratiert wurde die Ausstellung von Tatjana Neef, die Szenografie stammt von Juliette Israël.“


Und, Das Münchner Kunstjournal, April, Mai, Juni 2009

„Mit der von Ulrike Heikhaus kuratierten und von der Szenografin Juliette Israel spektakulär gestalteten Ausstellung „Orte des Exils 02 – Minchen ve’ Tel Aviv würdigt das Jüdische Museum mit einem Fotoessay von Yigal Gawze die „erste hebräische Stadt der Moderne“


Applaus Kultur-Magazin, 5/2009

„Die zweite Etage des Museums, die der Sonderausstellung Minchen ve’ Tel Aviv vorbehalten ist, ahmt in ihren Einbauten einen Straßenzug von Tel Aviv nach – eine sinnfällige Idee der Ausstellungsarchitektin Juliette Israel. Hinter vier kubischen Bauhausfassaden befinden sich die Erinnerungsräume an vier Juden aus München, die in den 1930er-Jahren wegen der nationalsozialistischen Verfolgung nach Palästina auswandern mussten."


Jüdische Allgemeine, Feuilleton, 26. März 2009

„Juliette Israel hat für die Ausstellungsarchitektur eine originelle, überzeugende Form gefunden. Wie Häuserzeile, versehen mit den jeweiligen Straßennamen in Tel Aviv, sind begehbare Kabinen angeordnet. Sie enthalten Fotografien, Objekte, Bücher und Dokumente.“



Süddeutsche Zeitung, Feuilleton, 24. März 2009

„Der Blick von außen, die Verdichtung nach innen, sie sorgen für eine kleine Offenbarung, so geschieht es zumindest bei der Ausstellung „Minchen ve’
Tel Aviv“"


Münchner Merkur, Kultur, 24. März 2009

„Im Museum hat Juliette Israel Tel Aviv als Kulissenstadt aufgebaut, die mit angedeuteten Bauhausfassaden zum einen Gawzes Fotografien umfängt, zum anderen den vier Münchnern eine „Koje“ bietet. Darin oder Darauf „verkörpert“ manchmal nur ein Exponat das Künstlerschicksal. Daneben veranschaulichen Fotos und Texte die Lebenswege dieser Europäer in den Nahen Osten.“


L'espresso, Band 53, Ausgaben 7-12, Seite 120

"disegnate da giovani artisti tedeschi
(...) Il “museo immaginario A Rebours”, installazione del 2004 di Juliette Israel, reinterpreta il romanzo decadente di Huysmans, creando spazi avulsi dalla realta dove si entra e si esce senza uno scopo."


kunstbuchanzeiger.de
Fiktive Architektur in der Literatur - Sigrid Gaisreiter


"Nicht immer sind architektonische Beschreibungen in der Belletristik derart konkret und präzise, dass sie nachbaufähig wären. Sehr gut geeignet dagegen
Joris-Karl Huysmans "Gegen den Strich". Dieses Werk inspirierte Juliette Israël 2004 zu ihrer universitären Abschlußarbeit einer Rauminstallation. Auch solche Beispiele aus jüngsten Produktionen, die nicht von Nerdingers Studenten kamen, sammelte der Initiator dieses Paralleluniversums."